Schwarz auf Weiß.

Die Farbe der Juristen. Kaum ein Berufsstand ist so text-affin wie die Juristen. Ihr Handwerk ist das geschriebene Wort, und das erscheint seit Jahrhunderten in derselben Farbkombination: schwarz auf weiß. „Das kann man schwarz auf weiß nachlesen“ gilt bis heute als Inbegriff von Verbindlichkeit. Was Schwarz auf Weiß gedruckt ist, wirkt belegt, geprüft und glaubwürdig. Schon allein aus Gewohnheit, weil Bücher von Anfang an so erstellt wurden. Auch rein physikalisch ist es die kontrastreichste und damit lesefreundlichste Kombination, die es gibt.
 
Die schwarze Kunst – die traditionelle Quelle allen Wissens.
 
Dahinter steht eine Erfindung. Um 1450 entwickelte Johannes Gutenberg für den Buchdruck mit beweglichen Lettern eine ölbasierte Druckerschwärze aus Ruß und Leinöl. Sie machte das gedruckte Wort erst dauerhaft und publizierbar. Nicht zufällig heißt das Druckerhandwerk bis heute die „Schwarze Kunst“. Gesetze, Urteile, Verträge: Die Schriftkultur des Rechts ist eine schwarze Kultur.
 
Schwarz war dabei lange kostbar. Für ein tiefes, dauerhaftes Textilschwarz gab es keinen natürlichen Rohstoff. Man brauchte aufwendige Kombinationen aus Galläpfeln, Eisensalzen und mehreren Färbegängen. Im 15. Jahrhundert machte der burgundische Hof unter Philipp dem Guten Schwarz zur Hoffarbe und damit zum europaweiten Statussymbol für Wohlstand, Autorität und Eleganz.
 
Auch die Robe ist schwarz. Sie geht auf die akademische Kleidung mittelalterlicher Universitäten zurück. In Preußen regelte König Friedrich Wilhelm I. bereits 1713 die Kleidung der Advokaten. Seit einer Verordnung des Justizministeriums von 1849 unterscheidet sich die Robe vor allem durch den Besatz: Samt bei Richtern und Staatsanwälten, Seide bei Rechtsanwälten.
 
Schwarz hat Potenzial jenseits von Samt und Seide.

Wie Schwarz zur Farbe von Autorität und Eleganz wurde, warum es psychologisch eine durchaus ambivalente Wirkung hat und welches Potenzial die Farbe für die Positionierung von Kanzleien bietet, lesen Sie im vollständigen Beitrag auf LinkedIn.

 

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